
SPITZNAME AMBY
Kolkata, Indien, seit 2025
»Spitzname Amby« untersucht die Geschichte und symbolische Bedeutung des Hindustan Ambassador als Spiegel gesellschaftlicher, politischer und ökologischer Veränderungen Indiens. Seit seiner Produktion ab 1948 in Uttarpara bei Kolkata war der Ambassador über Jahrzehnte präsent – als Regierungsfahrzeug, Familienauto und gelbes Taxi – und prägte Stadtbild, Geräuschkulisse und Alltag Kolkatas. In meiner Arbeit wird er durch einen nachgebauten Modell-Amby, Fotografien der letzten verbliebenen Taxis und inszenierte Arbeiten im öffentlichen Raum greifbar – und dokumentiert so den Wandel von Alltag und städtischem Leben.










AS MOTHER MADE IT
West-Bengalen, Indien, 2025










ZILT & ZOUT
Niederlande, seit 2025
Das fotografische Langzeitprojekt »Zilt & Zout« erkundet die Verbindungen zwischen Natur, Kultur und Geschichte der Niederlande. Jedes Bild lädt die Betrachter*innen ein, die symbolische Bedeutung zu entschlüsseln und einen neuen Blick auf die niederländische Geschichte zu werfen. Die portraitierte Frau fungiert als zeitlose Erzählerin, deren Interaktionen mit Meer, Strand und Dünen tiefere Bezüge zur niederländischen Identität und gesellschaftlichen Veränderungen aufzeigen.










THE OTHER SIDE OF REALITY
Serbien, 2024
Im Jugoslawien der 1960er Jahre ermöglichte das politische und gesellschaftliche Umfeld teils ungewöhnlich große künstlerische Spielräume. Ein Blick auf diese Zeit, heute als eigenständige Ausprägung der Moderne im 20. Jahrhundert verstanden, erweitert das Verständnis der gegenwärtigen Kultur. Dies gilt auch für die Arbeiten der Künstler Milan Popović und Aleksandar Lučović Lukijan, die surreale Werke mit fantastischen und metaphorischen Inhalten schufen. Heute erschwert die stark national ausgerichtete Regierung in Serbien die freie Meinungsäußerung, während stärker national-identitär orientierte und religiös konnotierte Kunst gefördert wird. In diesem Klima bedienen sich zeitgenössische Künstler*innen oft indirekter Symbolik, um gesellschaftliche Realitäten zu verhandeln. »The Other Side Of Reality« reflektiert dies durch eine Neuinszenierung ausgewählter Werke von Popović und Lučović Lukijan.










TITO'S DESK
Serbien, 2024
Zweifelsohne zieht der kunstvoll verzierte Schreibtisch von Josip Broz Tito, der heute im Museum der Geschichte Jugoslawiens in Belgrad ausgestellt ist, alle Blicke auf sich – ein Symbol politischer Macht und Zeugnis der komplexen Geschichte Jugoslawiens. Im von mir inszenierten Bild blickt eine junge Frau in lokaler Folkloretracht von draußen durch das große Glasfenster auf den Schreibtisch. Die Szene eröffnet Perspektiven auf kulturelle Identität, den Umgang mit Kulturerbe und die Rolle von Geschichte bei der Formung nationaler und politischer Narrative.

STRICLTY NO POSTING - FACES OF THE OPPOSITION
Serbien, 2024
Die demokratische Stabilität in Serbien wird durch die autokratischen Tendenzen der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) unter Präsident Vučić zunehmend gefährdet. Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit, politische Verfolgung und Druck auf die Opposition sind weit verbreitet. Auch in Novi Sad werden Plakate der Opposition oft beschädigt oder abgerissen, was die politische Repression widerspiegelt.
Info »Strictly No Posting« PDF










TYPOSPHERE II
seit 2023
»Typosphere II« ist eine reflexive, spielerische Auseinandersetzung mit Werken zeitgenössischer und moderner Kunst und angewandtem Design, die sich, nicht selten ebenfalls mit ironischen Anklängen belegt, in vielfältiger Weise mit dem Objekt Schreibmaschine befasst. Auch Portraits von Künstler*innen, die die Schreibmaschine im Rahmen ihrer Schaffensprozesse nutzen, sind Teil der Serie.










TYPOSPHERE
Indien & Europa, 2023
»The Revolution will be Typewritten« heißt es in einem Manifest, das sich gegen unterschiedliche Formen digitaler Vereinnahmungen stellt. Tatsächlich erlebt auch die Schreibmaschine ein Revival, vergleichbar anderer analoger Verfahrens- und Herstellungsweisen. Was in Teilen der Welt heute als bewusste Entscheidung zur qualitativen Entschleunigung verstanden wird, bleibt in anderen Kontexten manchmal noch ein alltäglicher Bestandteil, wenn die Nutzung der Schreibmaschine zur täglichen Arbeit gehört.
Innerhalb dieses Spannungsfeldes zwischen Slow Media und Alltagsrealität bewegt sich das Projekt »Typosphere«.










THE LAST DROP
Indien, Purulia, 2019/20
»The Last Drop« thematisiert den Wassermangel und die Rolle der Frau in diesem Zusammenhang in ländlichen Regionen rund um Purulia, West-Bengalen, Indien.









TRACKING GANDHI
Indien, Südafrika, Bangladesch, Europa
2014-2019
Das fotografische Buch- und Ausstellungsprojekt »Tracking Gandhi« folgt den Orten in Indien, Bangladesch, Südafrika und Europa, die wichtige Stationen oder Wendepunkte in Mahatma K. Gandhis privatem und politischem Leben markieren. Das Projekt ist über einen Zeitraum von 5 Jahren entstanden und zeigt auch Orte, die bisher im Zusammenhang mit Gandhi nicht in den Blick genommen worden sind.










KRISHAK
Indien, Westbengalen, 2017/18
Millionen von Kleinbauern produzieren auf kleinsten Flächen den größten Teil aller Lebensmittel. Dies steht im Kontrast zur parallelen Entwicklung immer größerer, energie- und rohstoffintensiver Bewirtschaftungsformen, die weltweit durch offene Märkte und Subventionen gefördert werden.
In West-Bengalen wird Reis häufig noch manuell geerntet. Auf den ersten Blick lässt sich hier wenig von der rasanten ökonomischen Dynamik Indiens erkennen. Die Fotografien zeigen anschaulich die täglichen Arbeitsbedingungen auf dem Land und vermitteln ein Bild traditioneller ländlicher Lebensweisen, während zugleich die Komplexität globaler Fragestellungen deutlich wird: Wie kann eine zukunftsfähige Agrikultur im Spannungsfeld ökologischer und sozialer Anforderungen aussehen?










DAILY CONSTRUCTIONS
Indien, Kolkata, 2015
Das international verbreitete Fernsehformat der Daily Soaps erfreut sich auch in Indien großer Beliebtheit. Viele dieser Serien spielen in privaten Wohnräumen, die als dauerhafte Kulissen in Filmstudios aufgebaut werden. Die Gestaltung dieser Lebens- und Wohnräume spiegelt nicht nur ästhetische Vorlieben, sondern auch gesellschaftliche Dynamiken und Wertvorstellungen in einer zunehmend vielfältigen Mittel- und Oberschicht Indiens wider. Möbel und Dekoration fungieren dabei als kulturelle Bezugspunkte und repräsentieren in zugespitzter Form aktuelle Wohn-, Design- und Lifestyletrends.
Info »Daily Constructions« PDF










LOVE COMES LATER
Indien, Bangalore, 2014 (mit Marlene Apmann)
Arrangierte Ehen stellen in vielen sozialen und regionalen Kontexten Indiens eine verbreitete Form der Eheschließung dar, wobei unterschiedliche Modelle der Partnerwahl – einschließlich sogenannter Liebesheiraten – parallel existieren und sich gegenseitig beeinflussen. In urbanen Mittelschichten lässt sich eine zunehmende Tendenz beobachten, Hochzeiten als aufwändig inszenierte gesellschaftliche Ereignisse zu gestalten. Veranstaltungsorte wie große Hallen oder temporäre Zeltarchitekturen werden dabei in aufwendig gestaltete Kulissenwelten transformiert, die durch eine opulente, repräsentative Ästhetik geprägt sind. Für wohlhabende Familien sind der gestalterischen und ökonomischen Dimension solcher Feierlichkeiten kaum Grenzen gesetzt.










BAHAK
Indien, Kolkata, 2012
»Bahak« ist das bengalische Wort für Lastenträger. Diese Menschen tragen schwere Lasten und verrichten dabei körperlich sehr anspruchsvolle Arbeit, oft unter hoher Belastung. Am Straßenrand in Kolkata, Indien habe ich für einige Wochen ein improvisiertes Studio aufgebaut und einige Lastenträger gebeten, kurz innezuhalten, um sie einzeln zu porträtieren, herausgelöst aus dem städtischen Umfeld und der sonst ununterbrochenen Bewegung auf den Straßen.










BOOKS FOR SALE
Indien, Kolkata, 2009
Unbeeindruckt von den Prognosen über das Ende des gedruckten Buches im digitalen Zeitalter türmen sich die Druckwerke im Universitätsviertel in Kolkata; hier befindet sich eines der größten Buch- und Verlagshandelszentren des Landes. Die Wertschätzung für das gedruckte Buch ist deutlich spürbar, insbesondere bei einem Blick auf die Verkaufsstände in den Straßen, die jedem Werk einen Platz zu geben scheinen.
Publikation »books for sale« PDF










TERRITORIEN DES SELBST
Kochi, Indien, 2014 &
Klagenfurt, Österreich, 2015 (mit Johannes Puch)
Kinder suchen sich Verstecke und haben Lieblingsplätze. Orte, die freiwillige Rückzüge aus der Welt ermöglichen. Es sind Orte mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, die Intimität und Privatsphäre zulassen, frei von Normen und Erwartungen anderer. Irgendwann nimmt jeder seinen Platz ein in der Welt und die Lieblingsorte und Geheimverstecke werden zu Erinnerungen der Kindheit. Dennoch wünschen wir uns manchmal an diese Orte zurück: Je öffentlicher das eigene Leben ist, je mehr man sich in der Fremde bewegt, je weniger Raum die Anforderungen des Alltags ermöglichen für innere Rückzüge.
Info »Territorien des Selbst« PDF










ABWESENHEITSNOTIZEN
Deutschland, Österreich, 2004-2015 (mit Karen Weinert)
Die Fotografien des Langzeitprojektes »Abwesenheitsnotizen« zeigen museale Gedächtnisstätten von bekannten Persönlichkeiten, wie beispielsweise von Martin Luther oder Albert Einstein, die in der heutigen Zeit jedermann zugänglich als Museen fungieren. Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt? Mit dem vorherigen Ausräumen der ehemaligen Arbeits- und Lebensräume, um die fotografische Aufnahme zu erstellen, wird eine Leere inszeniert, die den Blick auf die sichtbar werdenden ‚Unbestimmtheitsstellen‘ lenkt, und hierüber die Frage nach Verlust und Beständigkeit an die heutige (Nach-)Welt erhebt.
Info »Abwesenheitsnotizen« PDF
Publikation »Abwesenheitsnotizen« PDF










TERRA INCOGNITA
Deutschland, 2004 (mit Karen Weinert)
Die Dipolmarbeit »terra incognita« zeigt fünf Ansichten von Punkthochhäusern aus Dresden und Leipzig, scheinbar konform mit den formalen Kriterien des Serienprinzips, wie sie durch die "Becher-Schule" geprägt wurden. Bei näherer Betrachtung offenbart sich allerdings ein Bruch in der Vorgehensweise. Über Beteilungsaufrufe an die Bewohner*innen der Häuser sind Aktionen durchgeführt worden, welche im Ergebnis an den Fassaden der Häuser sichtbar werden.










WHH 17 - Baujahr 1984
Deutschland, 2004 (mit Karen Weinert)
Die Arbeit »WHH17« besteht aus zwölf Innenaufnahmen eines Hochhauses. Der Titel bezeichnet den Gebäudetyp, einen Plattenbau aus der DDR-Zeit. Die Fotos zeigen leere Wohn- und Küchenbereiche. Zu DDR-Zeiten war der Neubau bei vielen Bewohner*innen stark nachgefragt, nach der Wende zunehmend von Leerstand geprägt. Über eine streng formale und grafische Ästhetik zeigt die Arbeit den Wandel der Zeit. Die leeren Wohnungen, erkennbar an den typischen »Hellerauer Glasvitrinen«, lassen sich eindeutig als Neubauwohnungen Ostdeutschlands aus den achtziger Jahren identifizieren und zeigen individuelle Spuren ihrer letzten Mieter*innen.










DDR - MUSEALE ANSICHTEN
Deutschland, 2003-07
Die DDR ist Geschichte geworden. Gebrauchsgegenstände aus dem alltäglichen Leben wanderten nach der Wende in vielen ostdeutschen Haushalten auf den Sperrmüll, verbunden mit dem Wunsch nach einem anderen und besseren Leben. Ein gutes Jahrzehnt später dienen diese Dinge der Illustration des Alltags in der DDR in dafür geschaffenen Museen und manchmal auch dem Ringen um die eigene Identität. Tatsächliches Leben hat in diesen gezeigten Interieurs nicht stattgefunden. Die Fotografien sind Abbilder von konstruierten Räumen, in denen ein Bild von Vergangenem geschaffen wird, welches ohne überprüfbare Referenzen in der Gegenwart scheinbare Objektivität vermittelt.
Info »DDR-museale Ansichten« PDF










INNERE ANGELEGENHEIT
Deutschland, 2009
»Innere Angelegenheit« ist eine Arbeit über die ehemaligen Untersuchungshaftanstalten in der DDR, die heute teilweise in Gedenkstätten umgewandelt worden oder im Leerstand zugänglich sind. Die Gegebenheiten ermöglichen einen umfassenden Einblick in den damaligen Strafvollzug.
Info »Innere Angelegenheit« PDF










FREMDESLAND
Deutschland, 2006/07
Die Serie »Fremdesland« thematisiert die Schleifung von Dörfern an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.










ZU DEN AKTEN
Deutschland, 2010
Der Untergang der DDR-Diktatur ermöglicht seit zwei Jahrzehnten eine intensive und breite Forschungsarbeit, zuweilen ist im Bezug auf die DDR-Geschichte gar von intellektueller Goldgräberstimmung die Rede. Diese Forschungen stützen sich wesentlich auf Archivmaterial, für dessen Aufbewahrung verschiedene Institutionen zuständig sind. Wie sehen diese Orte aus, an denen im staatlichen Auftrag die DDR archiviert wird?










MITTEN IM DRÜBEN
Deutschland, 2005
Die Hoheitszeichen der ehemaligen DDR - Fahnen, Orden, Urkunden und Uniformen - sowie allerlei Produkte des täglichen Bedarfs sind nach der Wende Gegenstand vielfältiger, auch privater Ausstellungs- und Verwertungsinteressen geworden. Ihr anhaltendes Überleben verdanken diese Symbole und Gegenstände wohl vor allem einer Identität stiftenden Wirkung. Die fotografische Arbeit »Mitten im Drüben« zeigt eindringlich, dass es - obgleich des vollendeten politischen Systemwandels - ein langer Abschied von der DDR ist, der viele Um- und wohl auch Irrwege bereithält.

"DDR-Museumsgaststätte" Tutow, 2005

"DDR-Museumsgaststätte" Tutow, 2005

"DDR-Museumsgaststätte" Tutow, 2005

"NVA Museum", Prora, 2005

"NVA Museum", Prora, 2005

"(N)ostalgie Museum", Brandenburg, 2005

"Tagung - Kulturkneipe", Berlin, 2006

"Tagung - Kulturkneipe", Berlin, 2006

"Tagung - Kulturkneipe", Berlin, 2006

GEERBTE STEINE - PRORA
Deutschland, 2002
Von Hitler initiiert, stellt die gigantische und nie fertiggestellte über 4 km lange Urlaubsanlage »Seebad der Zwanzigtausend« auf der Insel Rügen heute noch einen sichtbaren Beweis für die langfristig gescheiterte faschistische Strategie der Massenbeeinflussung dar. Der national-sozialistische Mensch sollte durch Größe klein gemacht werden, sich aber gleichzeitig als Teil eines großen Ganzen verstehen und wichtig fühlen. Diese Illusion von Bedeutung kaschierte die völlige Bedeutungslosigkeit des Individuums, die sich im zweiten Weltkrieg als furchtbare Realität demaskierte.
Info »Geerbte Steine - Prora« PDF










GEERBTE STEINE - NÜRNBERG
Deutschland, 2001
Bis heute sind wir Deutschen damit konfrontiert: »Was tun mit den Bauten des Dritten Reichs?«, die teilweise selbst für die Verdrängungslösung des Wegsprengens schlichtweg zu riesig sind; wie auch das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. So bleibt es auch in der Demokratie das, was es im Nationalsozialismus war: ein Ort für Massenveranstaltungen. Wichtig bleibt die Reflektion der Vergangenheit in der Gegenwart. Hierfür bietet meine Arbeit Raum. Die menschenleeren Bilder schaffen Platz für eine historische Auseinandersetzung über das Potenzial der Verführbarkeit von Massen, aber auch für die dafür notwendigen inhaltlichen und politischen Voraussetzungen.
Info »Geerbte Steine - Nürnberg« PDF










ARCHITEKTUR DES HÖRENS
Deutschland, 2004
Konzertmuscheln, ungewöhnliche und dabei eher wenig beachtete Bauwerke, die als Bühne für musikalische Darbietungen im Freien dienen und sich oft in Parkanlagen und an Promenaden befinden, sind zentraler Gegenstand dieser typologischen fotografischen Betrachtung.








