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ARTIST STATEMENT

Durch die Kamera kann das Vertraute fremd werden – und das Fremde uns vertraut.

– John Berger

​​Ausgehend von diesem Gedanken setzt meine Arbeit an diesem Moment der Verschiebung an. Sie untersucht, was sichtbar wird, wenn Ordnung und Bedeutung in Bewegung geraten und sich das Verhältnis von Vertrautem und Fremdem verändert. Diese Fragestellungen prägen meine konzeptionelle Praxis im Medium der Fotografie.

Recherche, Dokumentation, Inszenierung und fotografische Intervention greifen in meiner Arbeit ineinander und prägen ihre formale und inhaltliche Ausarbeitung. Mich interessiert, wie Geschichte, Nutzung und kulturelle Bedingungen in Dinge und Orte eingeschrieben sind – und wie sich diese Spuren im Bild sichtbar machen lassen.

Viele meiner Projekte entstehen in transkulturellen Zusammenhängen – nach früheren Arbeiten zur jüngeren deutschen Geschichte seit 2009 vor allem in Indien und aktuell auch in Serbien –, in denen sich unterschiedliche historische Erfahrungen, Wissensformen und ästhetische Ordnungen überlagern. Ich suche nach Möglichkeiten, diese komplexen Bezüge zu visualisieren – im Bild, im Prozess und im Austausch.

 

Meine Arbeit bewegt sich zwischen Dokumentation und Konstruktion. Die Fotografie verstehe ich als Werkzeug zur Befragung kultureller Dynamiken, von Identitäten und Wirklichkeitsbegriffen – sowohl des Vertrauten als auch des Fremden.

© 2019–2026 Anja Bohnhof. All rights reserved. — Artistic Practice in Photography and Visual Research
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